SAN

Ein SAN (Storage Area Network) ist ein dediziertes Hochgeschwindigkeitsnetzwerk, das Server mit zentralen Speichersystemen verbindet und leistungsfähigen, blockbasierten Datenzugriff ermöglicht.

Was bedeutet SAN?

Ein SAN (Storage Area Network) ist ein spezialisiertes Netzwerk, das den Zugriff von Servern auf zentrale Speichersysteme ermöglicht. Im Gegensatz zu herkömmlichen Netzwerken, die für allgemeine Datenkommunikation genutzt werden, ist ein Storage Area Network ausschließlich für Speicherverkehr konzipiert. SAN-Systeme arbeiten in der Regel blockbasiert, was bedeutet, dass Server direkt auf Speicherblöcke zugreifen können, als wären diese lokal angeschlossene Laufwerke. Durch diese Architektur bietet ein Storage Area Network hohe Performance, geringe Latenz und hohe Verfügbarkeit für geschäftskritische Anwendungen.

Technische Architektur

Ein Storage Area Network besteht typischerweise aus mehreren zentralen Komponenten. Dazu gehören Speichersysteme, SAN-Switches, Host-Bus-Adapter in den Servern sowie entsprechende Verkabelung. Die Kommunikation erfolgt häufig über Technologien wie Fibre Channel oder iSCSI. Server greifen über diese Infrastruktur auf logische Speichereinheiten zu, die vom zentralen Speichersystem bereitgestellt werden. Durch Virtualisierung auf Storage-Ebene können Speicherkapazitäten flexibel zugewiesen und verwaltet werden.

Abgrenzung zu anderen Systemen

Ein Storage Area Network unterscheidet sich deutlich von anderen Speicherarchitekturen.

  • DIRECT ATTACHED STORAGE
    Speicher ist direkt mit einem einzelnen Server verbunden und nicht über ein Netzwerk gemeinsam nutzbar.
  • NETWORK ATTACHED STORAGE
    NAS stellt Speicher über ein IP-Netzwerk dateibasiert zur Verfügung.
  • STORAGE AREA NETWORK
    SAN bietet blockbasierten Zugriff über ein dediziertes Hochgeschwindigkeitsnetzwerk und ist für hohe Performance optimiert.

Diese Unterschiede machen ein SAN besonders geeignet für datenintensive und virtualisierte Umgebungen.

Einsatzbereiche von SAN

Storage Area Network wird häufig in Rechenzentren eingesetzt, in denen hohe Anforderungen an Performance und Verfügbarkeit bestehen. Typische Einsatzbereiche sind Virtualisierungsumgebungen, große Datenbanken, Enterprise-Anwendungen und geschäftskritische Systeme. Auch Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen profitieren von der zentralen und leistungsfähigen Speicherarchitektur eines SAN.

Die 4 wichtigsten Vorteile von SAN

1. HOHE PERFORMANCE

Ein SAN nutzt dedizierte Hochgeschwindigkeitsverbindungen, wodurch große Datenmengen mit geringer Latenz übertragen werden können. Dies ist besonders wichtig für Datenbanken, Virtualisierungsplattformen und transaktionsintensive Anwendungen.

2. ZENTRALE SPEICHERVERWALTUNG

Speicherressourcen werden zentral bereitgestellt und verwaltet. Dies erleichtert Administration, Monitoring und Kapazitätsplanung erheblich.

3. SKALIERBARKEIT

Zusätzliche Speicherkapazitäten oder Server können in ein bestehendes SAN integriert werden, ohne grundlegende Architekturänderungen vornehmen zu müssen.

4. HOHE VERFÜGBARKEIT

Redundante Komponenten, Multipathing und Failover-Mechanismen erhöhen die Ausfallsicherheit des Storage Area Network.

Zentrale Bestandteile

SAN-SWITCHES

Diese Komponenten verbinden Server und Speichersysteme innerhalb des Storage Area Network. Sie sorgen für schnelle und stabile Datenübertragung.

SPEICHERSYSTEME

Zentrale Storage-Arrays stellen die eigentlichen Speicherkapazitäten bereit und verwalten logische Volumes.

HOST-BUS-ADAPTER

Spezielle Netzwerkkarten in Servern ermöglichen die Kommunikation mit dem Storage Area Network.

LOGISCHE VOLUMES

Virtuelle Speichereinheiten, die einzelnen Servern zugewiesen werden können.

Integration in virtualisierte Umgebungen

In virtualisierten Infrastrukturen spielt das Storage Area Network eine zentrale Rolle. Mehrere virtuelle Maschinen greifen parallel auf zentrale Speichersysteme zu. Ein SAN ermöglicht Funktionen wie Live-Migration, Hochverfügbarkeit und Snapshot-Technologien. Durch die zentrale Bereitstellung von Speicher wird die Flexibilität in virtuellen Umgebungen erheblich erhöht.

Wirtschaftliche Betrachtung

Da ein Storage Area Network zentrale Unternehmensdaten verwaltet, sind Sicherheitsmechanismen essenziell. Zugriffskontrollen, Zoning innerhalb der SAN-Switches und LUN-Masking verhindern unbefugten Zugriff auf Speichervolumes. Zusätzlich können Verschlüsselungsmechanismen auf Storage-Ebene implementiert werden, um Daten im Ruhezustand zu schützen. Eine sorgfältige Konfiguration ist notwendig, um Datenintegrität und Vertraulichkeit zu gewährleisten.

Herausforderungen bei der Implementierung

Der Aufbau eines Storage Area Network ist mit höheren Kosten und technischer Komplexität verbunden als einfache Speicherlösungen. Spezialisierte Hardware, dedizierte Verkabelung und Fachwissen sind erforderlich. Zudem muss die Infrastruktur sorgfältig geplant werden, um Performanceengpässe oder Fehlkonfigurationen zu vermeiden.

Fazit

Ein Storage Area Network ist ein leistungsfähiges, blockbasiertes Speichernetzwerk für professionelle IT-Umgebungen. Es bietet hohe Performance, zentrale Verwaltung, Skalierbarkeit und Ausfallsicherheit. Aufgrund seiner Architektur eignet sich ein Storage Area Network besonders für geschäftskritische und datenintensive Anwendungen, erfordert jedoch sorgfältige Planung und entsprechende Investitionen.

Mit der Weiterentwicklung von Flash-Speichern, NVMe-Technologien und softwaredefiniertem Storage entwickeln sich auch SAN-Architekturen weiter. Moderne Storage Area Networks integrieren zunehmend Automatisierung, Virtualisierung und Cloud-Anbindungen. Trotz wachsender Cloud-Nutzung bleibt das Storage Area Network in vielen Rechenzentren ein zentraler Bestandteil leistungsfähiger Speicherstrategien.

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