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On-Prem

On-Prem bezeichnet den Betrieb von IT-Infrastruktur und Anwendungen im eigenen Unternehmen statt in externen Cloud-Umgebungen.

On-Prem Grundverständnis und Definition

On-Prem ist die verkürzte Form von On-Premises und beschreibt ein Betriebsmodell, bei dem IT-Systeme, Server, Speicherlösungen und Anwendungen innerhalb der eigenen Unternehmensräumlichkeiten oder in selbst kontrollierten Rechenzentren betrieben werden. Die gesamte Infrastruktur befindet sich physisch im Einflussbereich der Organisation. Im Gegensatz zu Cloud-Modellen werden Hardware, Software, Netzwerkkomponenten und Sicherheitsmechanismen eigenständig beschafft, installiert, konfiguriert und gewartet. On-Prem stellt damit ein klassisches IT-Betriebsmodell dar, das auf direkter Kontrolle und lokaler Infrastruktur basiert.

Historische Entwicklung von On-Prem

Vor dem Aufkommen von Cloud-Computing war On-Prem das dominierende Modell für den Betrieb von IT-Systemen. Unternehmen investierten in eigene Serverräume oder Rechenzentren, um Anwendungen und Daten lokal bereitzustellen. Mit der zunehmenden Digitalisierung wuchsen die Infrastrukturen kontinuierlich. Erst mit der Verbreitung virtualisierter Umgebungen und externer Rechenzentren entstanden Alternativen wie Infrastructure-as-a-Service oder Platform-as-a-Service. Dennoch bleibt On-Prem in vielen Organisationen ein zentraler Bestandteil der IT-Strategie, insbesondere bei sensiblen oder geschäftskritischen Anwendungen.

Technische Merkmale

On-Prem-Umgebungen zeichnen sich durch physisch vorhandene Hardware aus, die im Eigentum des Unternehmens steht. Dazu gehören Server, Storage-Systeme, Netzwerkkomponenten und Sicherheitslösungen. Die Installation erfolgt meist in unternehmenseigenen Serverräumen oder Rechenzentren mit eigener Stromversorgung, Kühlung und Zugangskontrolle. Wartung, Updates und Sicherheitsmaßnahmen werden intern organisiert. Virtualisierungstechnologien können zwar eingesetzt werden, doch die physische Infrastruktur bleibt lokal und wird nicht von einem externen Cloud-Anbieter betrieben.

Die 3 größten Vorteile des On-Prem-Betriebs

1. VOLLE KONTROLLE ÜBER INFRASTRUKTUR

Unternehmen entscheiden selbst über Hardwareauswahl, Konfiguration, Update-Zyklen und Sicherheitsrichtlinien. Es besteht keine Abhängigkeit von externen Anbietern hinsichtlich Wartungsfenstern oder technischen Änderungen. Individuelle Anforderungen können ohne Einschränkungen durch Plattformvorgaben umgesetzt werden.

2. DATENHOHEIT UND TRANSPARENZ

Sämtliche Daten verbleiben physisch im eigenen Verantwortungsbereich. Dadurch lassen sich regulatorische Vorgaben leichter erfüllen, insbesondere bei sensiblen Informationen. Unternehmen behalten vollständige Transparenz über Speicherorte, Datenflüsse und Zugriffsmöglichkeiten.

3. INDIVIDUELLE ANPASSBARKEIT

Systeme können exakt auf spezifische Geschäftsprozesse zugeschnitten werden. Sonderkonfigurationen, spezielle Integrationen oder individuelle Sicherheitsmechanismen lassen sich ohne Einschränkung durch standardisierte Cloud-Umgebungen realisieren. Dies ist besonders relevant bei komplexen oder branchenspezifischen Anforderungen.

On-Prem Sicherheitsaspekte

On-Prem wird häufig mit höherer Sicherheit gleichgesetzt, da keine externen Cloud-Anbieter involviert sind. Tatsächlich hängt das Sicherheitsniveau jedoch maßgeblich von der Umsetzung ab. Unternehmen müssen eigenständig für Zugriffskontrollen, Verschlüsselung, Monitoring und Notfallkonzepte sorgen. Gleichzeitig ermöglicht das Modell besonders restriktive Sicherheitsmaßnahmen, da alle Komponenten intern kontrolliert werden.

Vergleich zu Cloud-Modellen

Während Cloud-Anbieter flexible Skalierung und nutzungsbasierte Abrechnung ermöglichen, erfordert On-Prem langfristige Kapazitätsplanung. Cloud-Modelle verlagern Teile der Verantwortung an externe Dienstleister, während On-Prem die vollständige Kontrolle und Verantwortung beim Unternehmen belässt. Viele Organisationen kombinieren beide Ansätze in hybriden Modellen, um Flexibilität und Kontrolle miteinander zu verbinden.

Herausforderungen und Nachteile

Neben den Vorteilen bringt On-Prem auch strukturelle Herausforderungen mit sich. Der Aufbau und Betrieb eigener Infrastruktur ist kostenintensiv und erfordert langfristige Planung.

  • HOHE ANFANGSINVESTITIONEN
    Die Beschaffung von Servern, Netzwerktechnik, Speicherlösungen und Softwarelizenzen verursacht erhebliche Kapitalausgaben.
  • BETRIEBS- UND WARTUNGSAUFWAND
    Updates, Sicherheitsmaßnahmen, Hardwareaustausch und Monitoring müssen intern organisiert und umgesetzt werden.
  • BEGRENZTE SKALIERBARKEIT
    Erweiterungen erfordern physische Beschaffung zusätzlicher Ressourcen, was Zeit und Investitionen bedeutet.

Wirtschaftliche Betrachtung

On-Prem-Infrastrukturen werden als Investitionskosten bilanziert und verursachen laufende Betriebskosten für Energie, Wartung und Personal. Bei stabiler und langfristig planbarer Auslastung kann dieses Modell wirtschaftlich sinnvoll sein. Bei stark schwankendem Bedarf hingegen besteht das Risiko von Über- oder Unterauslastung. Eine sorgfältige Analyse der Anforderungen ist daher entscheidend für eine fundierte Entscheidung.

Organisatorische Anforderungen

Der Betrieb einer On-Prem-Umgebung setzt qualifiziertes IT-Personal voraus. Infrastruktur, Netzwerke und Sicherheitslösungen müssen geplant, implementiert und überwacht werden. Zudem sind klare Prozesse für Backup, Notfallmanagement und Systemupdates erforderlich. Ohne strukturierte Organisation steigt die Komplexität schnell an. Eine umfassende Dokumentation unterstützt Transparenz und langfristige Wartbarkeit.

Fazit

On-Prem beschreibt ein etabliertes Betriebsmodell, bei dem IT-Systeme vollständig im eigenen Unternehmen betrieben werden. Es bietet hohe Kontrolle, Transparenz und Anpassbarkeit, erfordert jedoch erhebliche Investitionen und organisatorischen Aufwand. Die Entscheidung für oder gegen On-Prem hängt von Sicherheitsanforderungen, wirtschaftlichen Überlegungen und strategischen Zielen ab.

Trotz der starken Verbreitung von Cloud-Technologien bleibt On-Prem ein relevanter Bestandteil vieler IT-Strategien. Hybride Ansätze, bei denen lokale Infrastruktur mit Cloud-Diensten kombiniert wird, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Technologische Entwicklungen wie Automatisierung und softwaredefinierte Rechenzentren verbessern die Effizienz lokaler Umgebungen und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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